Hemmingen

Projekt: Neubau eines Geschäfts- und Wohnhauses mit Praxen, Bäckerei und Café, Apotheke und Seniorenwohnungen mit 6 Wohneinheiten, sowie einer Begegnungsstätte und gemeindlichen Räumen und Tiefgarage
Ort: Münchinger Straße 2, Hemmingen
Status: realisiert
Jahr: 2012
BRI: 11.184 m³
Nutzfläche: 590,53 m² Wohnfläche, 1209,51 m² Nutzfläche

Die Aufgabe des Architekten war nicht nur die Planung eines Wohn- und Geschäftshauses, sondern die Errichtung eines städtebaulich dominanten Pendants zu der qualitativ hochwertigen Bausubstanz im Bereich des Schlossparks von Hemmingen.

Das Projekt bildet den Übergang des von Hochhäusern geprägten Wohnparks Schlossgut zu dem historisch gewachsenen Ortskern mit seinen Fachwerkhäusern und dem gegenüberliegenden Schulplatz, Varnbülerschen Schloss und der Laurentiuskirche.

Anhand der Dachlandschaft des neuen Wohn- und Geschäftshauses wird dies nachvollziehbar verdeutlicht. Von Hochhausensemble entsteht über das Flachdach des Ostflügels und dem Satteldach des Straßen begleitenden Baukörpers hinweg zum historischen Ortskern ein logischer Verlauf.

Auf Höhe des Grundstücks wölbt sich die Münchinger Straße aus ihrer Achse hervor, so dass dem Gebäude eine städtebaulich bedeutende und herausragende Stellung zukommt. Entsprechend übernehmen die Giebel auf der Ost- und der Westseite eine wesentliche Orientierungsfunktion.

Der optische Eindruck eines schwebenden, dadurch leicht wirkenden Baukörpers, wird im Erdgeschoß mittels einer durchgehenden, stützenfreien Schaufensterverglasung unterstrichen. Ansonsten wurde die Fassade zurückhaltend gestaltet und gegliedert. Lediglich im 2. OG wurden 2 Fenster über Eck mit Gewänden als historisierendem Zitat eingefügt. Auch die Gaupen im Dachgeschoß erhalten durch Ihre, über die Traufe hervortretende, Lage eine prägende Dominanz. Der Baukörper unterstreicht mit diesen sparsam eingesetzten Elementen seine hervorgehobene städtebauliche Bedeutung. Dies ist wichtig, weil der weitere Verlauf der Hauptstraße durch die Ansammlung unterschiedlicher Baustile und Bauwerke einen heterogenen Eindruck hinterlässt.

Das Treppenhaus als Gelenk der L-förmig zu einander stehenden Baukörper wird auf beiden Seiten durch eine großzügige Glasfassade dominiert. Es entstehen interessante Ausblicke zu den Hochhäusern, dem Schloss sowie dem historischen Ortskern mit seiner intensiven Durchgrünung. Ein wesentlicher städtebaulicher Ansatz der Bauaufgabe war die Zusammenführung des bestehenden Kleeblattheims und der Neubaumaßnahme. Der fließende Übergang entstand über die großzügig angelegte Freifläche zwischen den Objekten. Von dem Gemeinschaftsraum des Seniorenheims und der Begegnungsstätte des Neubaus entsteht mittels ihrer großzügigen Glasflächen eine Blickbeziehung, die das gemeinschaftliche Miteinander fördert.